Montag, 15. August 2016

"Bildungsurlaub" in der Eisenzeit

Auf einem Kurztrip nach Schleswig konnte ich endlich einige "Highlights" eisenzeitlicher Textilien live und in Farbe bewundern - direkt davor zu stehen ist schon was anderes, als nur Bilder zu sehen. Vor allem, weil man Details erkennen kann, die auf den Fotos, die man in Büchern oder im Netz so findet, nicht zu sehen sind. Man darf sich nur nicht davon stören lassen, dass andere Besucher komisch gucken, wenn man beinahe sabbernd vor einer Vitrine kniet und versucht ein einigermaßen scharfes Foto von einer Stoffkante zu bekommen... Und ja, man durfte überall ohne Blitz fotografieren, was ich phänomenal fand, danke dafür! Wie gesagt, mangels Beleuchtung nicht besonders scharf, aber hier zum Beispiel ein Bild der oberen und seitlichen Stoffkante der Damendorfhose - brettchengewebt, das war mir bisher total entgangen!


Aber auch ansonsten ist Schleswig eine Reise wert, wir haben dort sehr nette Menschen kennengelernt oder wiedergesehen und die Landschaft zwischen den Meeren hat schon ihren eigenen Reiz. Auf einem Tagesausflug nach Hjemsted in Dänemark haben wir dann noch den Oldtidspark besucht (danke für den Tip, Jörg!), eine eisenzeitliches Museum mit tollen Textilrekos und einem wirklich schönen Freigelände, auf dem DIE Römergruppe Comitatus vom Hadrianswall (ja, der an der englisch-schottischen Grenze...) die Waffen und Kampfweise der Legionäre vorgeführt sowie medizinische Instrumente gezeigt hat - wir schaffen scheinbar keinen Urlaub ohne Römer... ;-)!




Donnerstag, 7. Juli 2016

KlosterSonntag

Am 3. Juli waren wir eingeladen, im Kloster Brunshausen beim HarzerKlosterSonntag mitzuwirken. Anlässlich der Sonderausstellung "Römer und Germanen im Kloster Brunshausen - Neufunde vom Schlachtfeld am Harzhorn" waren wir ein Teil der germanischen "Dekoration". Zum Teil gab es wirklich gute Gespräche mit interessierten Besuchern, denen wir einen Teil des germanischen Alltags und Lebens näherbringen konnten. Die Veranstaltung hat uns viel Spaß gemacht. Das Beste war natürlich, dass wir den ganzen Tag sehr angenehme Temperaturen hatten und trocken geblieben sind, während im Harz die Welt unterging... wenn Engel reisen! 

Foto: Maria Julia Hartgen M.A.


PS: Die kleine aber feine Sonderausstellung läuft noch bis zum 14. August - unbedingt angucken!



Montag, 30. Mai 2016

Backofen Nienover

Nach längerer Pause endlich mal wieder im Mittelalterhaus Nienover! 

Am letzten Mai-Wochenende hatten wir eine "Mini-Belebung" in Kleinbesetzung, aber auch das war sehr schön und vor allem ein echter Kurzurlaub. Ganz spontan und ohne viel Planung funktioniert also auch, wenn es sein muss. Am Freitag trafen wir ein und unsere beiden Freunde, die mit dem Rad angereist waren (!) waren auch schon da. Kurz reflektiert, was wir Kochen wollten und einkaufen gefahren - und was soll ich sagen, hungern mussten wir nicht... Nachdem Markus schon ganz früh angefangen hatte, den Backofen vorsichtig anzuheizen, hatten wir nachmittags lecker Hühnchen auf einem Gemüsebett aus Lauch und Möhrchen. Das lohnt die Mühe!


Salbei-Hühnchen mit Honigkruste




Ein Lehmofen möchte eben entsprechend behandelt werden, er braucht eine langsame Hitzeentwicklung und erstmal in kleines Feuerchen in der Mitte, das man nur langsam steigern darf. Mal eben schnell geht dann eben nicht, aber das ist auch gut so, denn wir haben ja Zeit! 

Belohnt wird man mit einem ordentlich heißen Ofen, der problemlos 300° C liefert und zu vielen Koch- und Backexperimenten einlädt. Dabei wird die verbleibende Glut in den hinteren Teil des Ofens geschoben, denn wir brauchen ja zum Kochen nur die Hitze und keine Flammen! Leider geht das immer nur am Samstag, damit der Ofen auskühlen und am Sonntag saubergemacht werden kann - mir tut das immer ein bißchen Leid für die Besucher, die vor allem sonntags auftauchen und immer recht ungläubig gucken, weil der Ofen nun ja im wahrsten Sinne des Wortes aus ist...


Lehmbackofen beim Vorbereiten