Mittwoch, 26. November 2014

Immer wieder Thorsberg...

Ja, und zwar diesmal das Thorsberger Beinkleid! Material ist recht fest gewebter Wollköper in Mittelbraun, genäht habe ich mit pflanzengefärbter Wolle. Erstmal die zugeschnittenen Teile, die sehen so aus:





Dann werden die Stoffkanten nach innen umgelegt und überwendlich so festgenäht, dass von außen nur möglichst wenig von der Naht zu sehen ist. Dabei wird der Nähfaden so als Schlaufe gelegt, das dieser auf der Stoffkante verläuft. Sind alle Teile versäubert, werden sie zusammengenäht und zwar so, dass knapp unter der Kante der beiden Stoffteile eingestochen wird, der Faden verläuft durch beide Stoffe, ein Stückchen über den Stoff und dann wieder zurück - das läßt sich schwerer beschreiben als nähen ;-)! Diese Naht ist leicht elastisch, ebenso sind die Dreiecke im Schritt so zugeschnitten, dass sie sich dehnen können. Das ist der Knackpunkt an dieser Hose, hier treffen auch vier Nähte aufeinander, die Stelle wirkt immer etwas "knubbelig". Aber fertig geworden ist sie doch:


von vorn und von hinten
Man sieht auf dem zweiten Bild ganz gut die rückwärtig verlaufende Naht. Leider haben die Nähte selbst sich nicht fotografieren lassen: braun auf braun ist fast unsichtbar!

Freitag, 19. September 2014

Gefärbtes vom Tag des offenen Denkmals

Das diesjährige Motto beim Tag des offenen Denkmals war "Farbe", also haben auch wir die Färbekessel übers Feuer gehängt. Gefärbt wurde mit Krapp und Frauenmantel (danke Silvia, das war deine Gartenernte ;-)), in einem verzinnten Eisenkessel und in einem emaillierten Gulaschtopf. Mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden. Der geschnittene Krapp wurde von Astrid vorbereitet und mit Weizenkleie zur Farbintensivierung eingeweicht. So richtig haben wir die Auswirkung der Kleie nicht beobachten können, hatten aber den Eindruck, dass der zweite und dritte Zug davon profitiert haben. Der Frauenmantel wurde vor Ort ausgekocht und wegen Platzmangel aus dem Topf genommen.

Krapp erster, zweiter und dritter Zug
 - Frauenmantel erster Zug und zweiter mit Eisenvitriol

Montag, 15. September 2014

TdoD am Harzhorn

So, der Tag des offenen Denkmals 2014 ist vorbei. 

Wir haben mit tatkräftiger Unterstützung unserer befreundeten Germanen Sven und Flo sowie Hilfstruppen aus Hessen ein schönes Bild auf dem Römisch-Germanischen Schlachtfeld am Harzhorn abgegeben!

 
Als am Sonntag das Wetter sowie die Stimmung immer besser wurde, haben wirklich alle für eine sehr schöne Veranstaltung gesorgt. Die Männer haben nach Ankündigung durch unsere wagemutigen Späher die Besuchergruppen mit einem Schildwall empfangen, der viele dann doch erstmal zögern ließ. 

 

Aber wir sind ja eigentlich ganz lieb und so haben sich dann doch viele näher gewagt und einen Blick auf die Waffenschau vom 1. bis zum 3. Jahrhundert geworfen...



 ...oder in den Färbetopf. Ich habe immerhin drei Züge Krapprot und zwei Züge Frauenmantel als "Beute" mit nach Hause gebracht - da fällt mir ein, ich muß noch Wolle spülen ;-)...



Donnerstag, 11. September 2014

Mal eben schnell...

Gestern (!) fiel mir auf, dass ich für die Veranstaltung am Wochenende gar keinen Gürtel hatte. Wie immer total unvorbereitet... also habe ich flugs in der Literatur gewühlt und einen Gürtel gewebt. Vorlage ist ein Fund aus dem Vaalermoor in Schleswig-Holstein, beschrieben von Karl Schlabow.

Der Gürtel ist schlicht zweifarbig aus pflanzengefärbter Wolle mit 12 Randbrettchen und 12 Musterbrettchen, die jeweils nur mit zwei Fäden bezogen sind. Da mit zwei Schußfäden gewebt wird, kommen diese hier ausnahmsweise im Muster zur Geltung, etwa alle 3-4 cm wechselt die Richtung der diagonalen Streifen, die dadurch entstehen. Ab und zu wird der Schußfaden weggelassen und dadurch entstehen elastische, nicht abgebundene Stellen im Gewebe. So sollte es jedenfalls sein, einmal habe ich es in der Hektik und mir einer ausgewachsenen Erkältung übersehen - perfekt sind eben nur die Götter!


Samstag, 2. August 2014

Was lange währt...

Endlich sind die beiden letzten Großprojekte abgeschlossen: der germanische Prachtmantel mit angewebter Borte und die Tunika nach dem Fund aus dem Thorsberger Moor sind fertig! Ich muß gestehen, dass der Mantel mich weniger Zeit und Nerven gekostet hat als die Tunika, hätte mir das vorher jemand gesagt, ich hätte ihn ausgelacht... Das Anweben der Borte an den Mantel ging besser als erwartet, nervig war das vorhergehende Vorbereiten des Stoffs. Die Tunika dagegen ist wohl das Teil, an dem ich bis jetzt am längsten gesessen habe, seit ich denken kann. Aber sie sollte ja auch schön werden und wenn man dann jedesmal kontrolliert, ob der Stich auch richtig sitzt, dann dauerts halt. Aber nu is fertig und ich bin relativ zufrieden mit meinem Werk.


Als nächstes werde ich die Hose in Angriff nehmen, jetzt bin ich ja gerade warm geworden ;-).

Dienstag, 24. Juni 2014

Naturmythenpfad im Nationalpark Harz

Am letzten Urlaubstag sollte noch ein Ausflug her - Urlaub zu Hause verbringen ist ja irgendwie nicht so wirklich echter Urlaub, wenn man wie wir nicht wirklich viel unternimmt und nur zu Hause rumkramt... Das Wetter war zwar an diesem Tag nicht gerade überwältigend, aber mit dem Harz vor der Haustür bieten sich immerhin so einige spannende Ausflugsziele an. Es sollte etwas sein, was wir noch nicht kannten und so habe ich dann mal beschlossen, dass wir uns den relativ neuen (man schafft ja nix...) Naturmythenpfad in Braunlage angucken. Erwartet hatte ich Stationen mit ein bißchen Text oder sowas, aber der Pfad bietet viel mehr, ist wirklich interaktiv und hat mich echt begeistert!

Mythos Wald - von der Antike bis heute



Es gibt dort 10 Stationen, angefangen über die Beziehung Mensch - Wolf über den Mythos Baum mit einer richtigen Yggdrasil und einem Gewichtswebstuhl für die Schicksalsfäden der Nornen. Man kann den Bachnymphen Lauschen, kommt am sehr idyllischen Silberteich (gehört zum Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft) vorbei, vom Fliegen wie ein Vogel geht es bis zum Wunschbaum und einem Labyrinth für die Selbstfindung.  Man geht an den Stationen immer einen Extraschlenker auf schmalen Pfaden durch den Wald und wir waren fast vier Stunden unterwegs, obwohl der Weg eigentlich nur vier Kilometer lang ist... und als Besonderheit blühten viele Knabenkräuter am Wegesrand, was mein Biologenherz natürlich besonders erfreut hat!

Geflecktes Knabenkraut Dactylorhiza maculata

 

Mittwoch, 18. Juni 2014

Wieder ein neuer Blog...

... werden vielleicht einige denken, wenn sie das hier lesen. 
Okay, es gibt in der Tat schon viele, aber ich verspreche, mich redlich zu bemühen, dass dieser hier für den einen oder anderen Lesenswertes bereithält! 
Das heißt, ich werde nicht posten, ob mir das letzte Abendessen geschmeckt hat, sondern nur, wenn es auch etwas Spannendes zu erzählen gibt, was den Rest der Menschheit (oder zumindest einen Teil davon) auch interessieren könnte. Und das wird sich vor allem um mein Hobby Geschichte drehen, die selbst erlebt so gar nicht langweilig ist ;-)!
Da ich und die Technik häufig auf Kriegsfuß miteinander stehen, bitte ich um Nachsicht - meine Prioritäten liegen nicht auf dem Verstehen meines Computers...